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Valjoux 7750


1914 verlangten die in den Ersten Weltkrieg involvierten Militärs zuverlässige Armband- Chronographen. Nun mussten selbst eidgenössische Mechanik- Spezialisten passen. Hinreichend kleine, bewährte Kaliber standen kaum zur Verfügung. Aber natürlich ließen sich die einschlägig erfahrenen Rohwerkehersteller nicht lange bitten und auch Valjoux machte sich ans Werk. 1916 war das 13-linige Chronographen- Kaliber 23 (Durchmesser 29,33 Millimeter, Höhe 5,85 Millimeter) zur Serienreife gediehen, welches schon bald in den Armbanduhren sehr unterschiedlicher Hersteller tickte. Und das für lange Zeit. Knapp sechzig Jahre währte die Produktion und bis 1974 entstanden gut 125.000 Rohwerke dieses Typs.

Diese Zahl mag auf den ersten Blick recht groß erscheinen - gemessen an der langen Fertigungsdauer ist sie jedoch immens klein. Die herausragende Qualität, die natürlich relativ hohe Abgabepreise und damit kleine Stückzahlen nach sich zog, ergibt sich aus der Tatsache, dass nahezu alle renommierten Uhrenmanufakturen (z.B. Audemars Piguet, Patek Philippe, Rolex, Vacheron Constantin) das klassische Kaliber Valjoux 23 in ihren Chronographen verwendeten. Bei ihm erfolgt die Steuerung der drei Funktionen Start, Stopp und Nullstellung über ein drehbar gelagertes Schaltrad. Spezialisten erkennen die hochwertigen Valjoux- Kaliber übrigens nicht nur am typischen Bild der verschiedenen Hebel, Wippen, Federn und Räder, sondern auch am Schaltrad selbst. Es besitzt gleich neun Säulen und damit mehr als vergleichbare Mitbewerber Produkte.

Dem Chronographen fehlten jedoch kalendarische Indikationen. Die Techniker konnten auf Bewährtes zurückgreifen, nämlich das Valjoux 72 VZH - eine 1938 lancierte Weiterentwicklung des legendären Kalibers 23. Der wesentliche Unterschied bestand in einem zusätzlichen 12-Stunden-Zähler für längere Zeitnahmeintervalle. Der zugehörige Mechanismus befand sich unter dem Zifferblatt und bot genügend Platz für die Addition eines einfachen Vollkalendariums. Gesagt, getan: 1946 wartete Valjoux mit dem neuen, ebenfalls 6,95 mm hohen Kaliber 72C auf, bei dem sich Wochentag und Monat durch kleine Zifferblattausschnitte ablesen lassen. Auf das Datum weist die Spitze eines zentral angeordneten Zeigers. Er verlangt in allen Monaten mit weniger als 31 Tagen eine Korrektur. Die Monatsanzeige muss immer von weitergeschaltet werden.

Der bot genügend Platz für die Addition eines einfachen Vollkalendariums. Gesagt, getan: 1946 wartete Valjoux mit dem neuen, ebenfalls 6,95 mm hohen Kaliber 72C auf, bei dem sich Wochentag und Monat durch kleine Zifferblattausschnitte ablesen lassen. Auf das Datum weist die Spitze eines zentral angeordneten Zeigers. Er verlangt in allen Monaten mit weniger als 31 Tagen eine Korrektur. Die Monatsanzeige muss immer von weitergeschaltet werden. Der Chronographen- Mechanismus weist das Kaliber 72C als typisches Valjoux-Produkt aus. Die Verbindung zwischen Uhr und Schaltwerk stellt eine horizontale Räderkupplung her. Die Steuerung der Funktionen übernimmt das bekannte Schaltrad mit neun Säulen. Gefertigt wurden das Kaliber 72 und dessen Derivate bis 1974.

Es gab aber auch Geschäftspartner, welche ihrer Klientel auch preisgünstigere Chronographen anbieten wollten. Die Antwort kam 1946 und hieß 77 ECO. Bei diesem 13-linigen Schaltrad-Kaliber hatten die Uhrmacher die übliche Kupplung durch einen so genannten Schwingtrieb ersetzt. Im 1967 vorgestellten, bis 1973 produzierten Kaliber 7730 ersetzte eine intelligent geformte Schaltkulisse das aufwändige Säulenrad. Dafür besaß es die übliche Räderkupplung. Hiervon leitete Valjoux die 1969 vorgestellte Kaliberfamilie 7733 ab. Das Basiswerk verfügte über 30- oder 45-Minuten-Zähler. Beim 7734 kam eine Datumindikation hinzu, beim 7736 (Durchmesser 31,0 mm und Höhe 7,4 mm) ein 12-Stunden-Zähler. 1978 stellte Valjoux die Produktion dieser Handaufzugwerke ein. Das Automatik-Kaliber 7750 hatte ihnen den Rang abgelaufen. 1974 endete ein bedeutendes Kapitel eidgenössischer Chronographen- Geschichte.

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